27/03/20
New York schläft und es
riecht überall nach Tod.
Ich ziehe mir die Decke
über den Kopf, bis ich das Gefühl habe, keine Luft mehr zu bekommen. Verdammte
Schlaflosigkeit, Ich schalte den Fernseher an.
Ganz Hollywood ist noch
wach und duftet nach Orangen.
Die Sonne und die
Menschen wirken so freundlich und wie sind nur eine paar (Flug-)Stunden
voneinander entfernt. Meine Augen brennen von der Anstrengung in der Dunkelheit
auf den Bildschirm zu starren und auch er muss heute Nacht, nur für heute
Nacht, sterben.
Das Haus ist ruhig und so
kann man in etwa ahnen, wie viele Hausecken entfernt die Sirenen anspringen,
manchmal bedrohlich näherkommen, um dann doch kurz vorher abzudrehen und in
irgendeinen anderen Stadtteil zu verschwinden.
Ich hätte jetzt gerne
eine Uhr.
Ich hätte jetzt gerne
wieder so etwas wie ein Zeitgefühl.
Die Einsamkeit ist schon
zu ertragen, wenn man bloß weiß, welchen Weg man schon zurückgelegt hat.
Da draußen sind zu viele
kranke Menschen und täglich werden es mehr. Es sind immer noch mehr Opfer als
Täter, wobei das auch ein Naturgesetz sein kann. Ich kenne es zumindest nicht
anders und es macht auch auf eine merkwürdige Art und Weise Sinn.
Trotz aller Dunkelheit
erkenne ich trotzdem Schatten im Raum. Die Augen sind sind schon ganz
erstaunliche Organe. Es muss also irgendwo ein Rest von Licht sein, ein
beruhigendes Gefühl, das mich nicht loslässt und müde werden und einschlafen
lässt.
NP
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